ME / CFS
37. Zwischenhalt
März 2025
Ich verlasse jetzt das tränentriefende Schlachtfeld, auf welchem die Schweizer Invalidenversicherung seit bald 20 Jahren mit Erfolg gegen die ME/CFS-Patientinnen und -Patienten kämpft. Fairerweise gebe ich gerne zu, dass die IV "ihre" Sache gut macht. Sie wurde ja von der Politik dazu gedrängt.
Ich wiederhole mich: Es waren vor allem Herrn Doktor Christoph Blochers SVP-Fuzzis, die der IV den Auftrag gaben, bei den Renten zu sparen. Schlauerweise gaben dieselben Fuzzis der IV NICHT den Auftrag, generell zu sparen. Und so konnte und kann die IV seelenruhig Geld zum Fenster rauswerfen, für die Gutachter und ihre MEDAS, und gleichzeitig bei den Renten sparen. Kluge Kerlchen, dieser Blocher und seine Fuzzis.
Wenn eine Frau oder ein Mann an ME/CFS leidet und keine IV-Rente plus Ergänzungsleitsungen erhält, dann lebt diese Person ja trotzdem. Sie wohnt. Sie isst und trinkt. Sie säubert und kleidet sich. Vielleicht hat sie manchmal genug Energie, um einem kleinen Hobby nachzugehen. In der Hoffnung auf Besserung oder Linderung ihres Leidens nimmt sie Nahrungsergänzungsmittel zu sich (die von den Krankenkassen bekanntlich NICHT übernommen werden). Sie hat Krankenkassenprämien plus Franchise und Selbstbehalt zu bezahlen. Wie soll diese Person das finanzieren, nachdem sie kein Krankentagegeld mehr erhält ihr die IV einen Tritt in den Hintern gegeben hat? Möglichkeiten gibt es einige...
Sie hat Erspartes und lebt so lange wie möglich davon.
Sie verkauft ihr Wohnung oder ihr Haus und zieht in eine Mietwohnung. Vom Verkaufserlös berappt sie den Umzug und lebt dann so lange wie möglich vom Rest.
Sie lebt bei Angehörigen (Familie, Ehepartner) oder bei Freunden und kann so an der Miete und den täglichen Lebenshaltungskosten sparen.
Sie wendet sich an die Sozialhilfe.
Gerne nehme ich Sie jetzt auf eine Reise mit, auf eine Reise in das lockende, verheissungsvolle und abwechslungsreiche Land der Schweizerischen Sozialhilfe.