Donnerstag, 8. Oktober
Sanddünen - Fahrt nach Südkalifornien
Frühzeitig gehen wir ein letztes Mal ins Tal hinunter, um über und durch die Sanddünen
zu wandern. Bei dieser Gelegenheit ist es vielleicht mal von Vorteil, einen Blick auf die
Death-Valley-Karte des National Park Services zu werfen. Wanderer sind nur spärlich zu sehen.
Dabei ist es relativ kühl; eine unverhoffte Begegnung mit einer
Klapperschlange ist wenig wahrscheinlich.
Nach dieser seelenvollen Dünenwanderung fahren wir zum Emigrant Campground zurück und
packen nach dem Frühstück langsam zusammen.
Für mich ist das Death Valley eines jener Gebiete, die ich am liebsten auf jeder USA-Reise
besuchen möchte. So unwirtlich, heiss, trocken und
auch gefährlich dieses Tal sein mag (es sind schon zahlreiche Backpacker
zu mehrtägigen Wanderungen aufgebrochen und wurden seither nicht mehr gesehen)
so einsam, still, erhaben und landschaftlich vielseitig ist es auch.
Wir fahren anschliessend auf der S-190 über den Towne Pass hinunter ins nicht weniger einsame
Panamint-Valley und von dort wieder hoch hinauf, um schliesslich auf der US-395 südlich von
Lone Pine anzukommen.
Für $ 5.- leisten wir uns eine wohltuende und notwendige Dusche auf einem RV-Park
(Recreational Park = Campground für Wohnwagen). Somit haben wir für die letzte
Übernachtung nur 10 Bucks bezahlen müssen, da die Übernachtung auf dem Emigrant
Zeltplatz ja gratis war. In solchen Fällen bin ich meistens so gerührt, dass ich im
Visitor Center oder in der nächstgelegenen Agentur des
Bureau of Land Management
eine kleine Spende (Donation) abliefere, die dann auch immer sehr willkommen ist.
Wir fahren dann südwärts bis Mojave und anschliessend - südlich der
Sierra Nevada - westwärts bis Tehachapi und Arvin.
Es beginnt langsam einzunachten, und wir wissen nicht so recht, wo wir übernachten wollen.
Ein Blick auf die entsprechende Seite des vortrefflichen California-Atlasses von
Benchmark
zeigt uns einige Campgrounds in der Nähe der I-5. Wir kaufen ordentlich Brennholz fürs
Lagerfeuer, fahren dann auf der S-99 südwärts, gelangen so auf die Interstate 5, fahren
über den Tejon Pass und sind dem Städtemoloch Los Angeles schon recht nahe, als wir im
Hungry Valley
(wo ich ja tagsüber lärmbedingt nicht weilen möchte) endlich "unseren" Zeltplatz erreichen.