ME / CFS
41. Sozialhilfe Schweiz
Der Warenkorb im Alltag
März 2025
Wenn ein gesunder Mensch im arbeitspflichtigen Alter seinen Job verliert und trotz zahlreicher Anstrengungen keine neue Stelle findet, dann wird er nach 2 Jahren ausgesteuert und muss - sofern er nicht Vermögen und Immobilien hat - von der Sozialhilfe leben.
Die Sozialhilfe gemäss SKOS übernimmt den Grundbedarf für den Lebensunterhalt (GLB), also die Grundversorgung für Wohnkosten, Medizin uund besondere Situationen. Daneben gewährt sie mir eine Zulage für fördernde Leistungen und eine Integrationszulage. Sie erlaubt mir sogar ein bescheidenes, durch eigene Arbeit erzieltes Einkommen. Und dann kommt noch der GLB hinzu; ein Betrag, über den ich frei verfügen kann. Die Devise dabei lautet: „Arbeit statt Fürsorge”. Der Liebhaber von Fremdwörtern sagt vielleicht lieber: „Integration statt Sozialhilfe”.
Auf den ersten Blick scheint diese Sozialhilfe nicht übel. Ich als Sozialhilfe-Empfänger bin immerhin eine Zeitlang „versorgt”. Bescheiden zwar, aber es dauert ja nicht so lange; denn in absehbarer Zukunft werde ich hoffentlich wieder einen Job finden und mich selber finanzieren können.
Trotzdem, der GLB ist einfach zu niedrig angesetzt. Ich bezweifle, dass damit eine bescheidene und menschenwürdige Lebensführung mit sozialer Teilhabe möglich ist. Offenbar ist selbst der SKOS nicht so „wohl” bei der ganzen Sache. Diesen Eindruck stellt sich ein, wenn man liest, was sie (die SKOS) am 8. Januar 2019 unter dem Titel „Weniger Sozialhilfe ist zu wenig” als Stellungnahme zu geplanten Sozialhilfe-Abbau-Gelüsten seitens der SVP und weiterer rechtsrandiger Politiker publiziert hat.